Wie lange muss Estrich trocknen?

Estrichtrocknung und Beschleunigung der Bautrocknung durch Bautrockner

Bei einem Hausbau oder wenn ein neuer Fussboden wegen einer neu verlegten Fussbodenheizung notwendig ist, wird meistens ein Estrich-Boden verlegt.

Wie lange muss ich den Estrich trocknen? Wann ist mein Estrich belagreif? Wie lange muss ich Bautrockner mieten, um den Estrich zu trocknen und die Bautrocknung abzuschließen?

Dies sind häufige Fragen, die von unseren Kunden rund um das Thema Estrich trocknen an uns herangetragen werden und beziehen sich direkt auf das Trocknungsverhalten des Estrich. Wie man den Estrich am besten trocknen kann, erläutert der folgende Artikel.

Estrich Trockenzeit - wie lange muss der Estrich trocknen?

Die Dauer der Estrich Trockenzeit und damit oft auch der kompletten Bautrocknung hängt stark von dem verwendeten Estrich, der getrocknet werden soll, sowie den klimatischen Umgebungen ab. Es ist durchaus möglich, eine Belagreife des Estrichs in 28 Tagen zu erreichen, wenn bei der Bautrocknung eine technische Unterstützung durch Bautrockner erfolgt. Ohne technische Hilfe durch Bautrockner oder einen hohen zeitlichen Aufwand für kontinuierliches Stoßlüften bei günstigen klimatischen Bedingungen ist von einer häufig doppelt so langen Bautrocknungszeit auszugehen. Alleine durch die finanzielle Doppelbelastung einer Wohnungsmiete und der Hausraten amortisieren sich hier der Einsatz und die Miete von Bautrocknern zur Estrichtrocknung sehr schnell.

Zement - Estrich trocknen

Zementestriche sind in der Regel erst nach 7-10 Tagen trocknungsfähig. Sie dürfen die ersten 3-4 Tage nicht betreten werden und sollten zunächst einige in der Zeit vor zu starker Austrocknung bewahrt werden, da insbesondere die Festigkeitsentwicklung hierdurch wesentlich herabgesetzt werden kann.

Hierzu zählt insbesondere ein Durchzugslüften des Baukörpers zur Estrichtrocknung, welches zumindest über einen längeren Zeitraum unbedingt vermieden werden sollte. Kurzes (5-10 Minuten) und regelmäßiges (2-5 mal am Tag) Stoßlüften, um die Feuchtigkeit aus dem Haus zu befördern, schadet dem Estrich in diesem Fall nicht und ist eine unterstützende Möglichkeit, um den Estrich zu trocknen. Bei einer zu starken oder ungleichmäßigen Estrichtrocknung, die häufig bei fehlerhaftem Lüftungsverhalten zu beobachten ist, kann es zur Randaufschüsselung kommen. Dies sind Höhenunterschiede im Estrich, die später zu Probleme führen. Auch Risse im Estrich können im schlimmsten Fall entstehen. Eine zu starke Austrocknung kann bei dem Einsatz unserer Bautrockner nicht passieren, die Bautrocknung erfolgt hier schonend für das Baumaterial.

Anhydrit - Estrich trocknen (Calciumsulfat-Estrich)

Calciumsulfatestrich bzw. Anhydritestriche sind in der Regel bereits nach 2 Tagen begehbar und auch belastbar. Da dieser Estrich bereits in den ersten 2 Wochen bis zu 80% seiner Feuchtigkeit abgibt, sollte hier auch wesentlich früher mit der Bautrocknung durch Bautrockner begonnen werden. Allerdings sollte auch hier darauf geachtet werden, dass der Estrich nicht zu schnell durch Querlüften getrocknet wird.

Die Belagreife durch die Bautrocknung ist auch bei dieser Estrichform in der Regel erst nach 28 Tagen hergestellt.

Maximaler Feuchtigkeitswert ohne Fußbodenheizung

  Zementestrich Anhydritestrich
  CM - % CM - %
Elastische Beläge < = 2,0 < = 0,5
Laminat < = 2,0 < = 0,5
Parkettboden < = 2,0 < = 0,5
Textile Beläge - dampfhemmend < = 2,5 < = 0,5
Textile Beläge - dampfdurchlässig < = 3,0 < = 1,0
Stein- und keramische Beläge im Dickbett < = 3,0 < = -
Stein- und keramische Beläge im Dünnbett < = 2,0 < = 0,5

Maximaler Feuchtigkeitswert mit Fußbodenheizung (Heizstrich)

  Zementestrich Anhydritestrich
  CM - % CM - %
Elastische Beläge < = 1,8 < = 0,3
Laminat < = 1,8 < = 0,3
Parkettboden < = 1,8 < = 0,3
Textile Beläge - dampfhemmend < = 1,8 < = 0,3
Textile Beläge - dampfdurchlässig < = 3,0 < = 1,0
Stein- und keramische Beläge im Dickbett < = 3,0 < = -
Stein- und keramische Beläge im Dünnbett < = 1,8 - 2,0 < = 0,3

Estrich trocknen durch Lüften? Warum Bautrockner zur Bautrocknung fast immer notwendig sind

Der Estrich, egal in welcher Form er in das Haus eingebracht wird, ist bestrebt, die Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abzugeben und auf diesem Weg eine Trocknung des Estrich herbeizuführen. Nun ist die Umgebungsluft jedoch physikalisch bedingt nur in der Lage, eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit aufzunehmen. Der Estrich kann seine Ausgleichsfeuchte jedoch nur erreichen, wenn die Umgebungsfeuchte unter 65% Luftfeuchtigkeit liegt. Somit ist eine Trocknung des Estrich nur möglich, wenn die Umgebungsluft möglichst wenig Luftfeuchtigkeit aufweist.

Wenn die Sättigungsmenge der Luft erreicht ist, können die Baustoffe wie der Estrich keine weitere Feuchtigkeit mehr an die Umgebungsluft abgeben, ggf. kann es sogar zu einer Auffeuchtung des Estrichs kommen und eine Bautrocknung so verhindert oder erschwert werden. Die Feuchtigkeit bleibt also im Estrich, dieser kann in der Folge nicht trocknen.

Die Sättigungsmenge der Luft steigt mit steigenden Temperaturen an, da warme Luft physikalisch mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft. Um eine ideale Umgebung für die Bautrocknung und damit die Trocknung des Estrichs zu erreichen, sollte also kalte Luft dem Baukörper zugeführt, dort aufgewärmt und dann mit Feuchtigkeit gesättigt wieder in die Umgebung gelüftet werden. Diese Möglichkeit der Trocknung ist jedoch häufig nur im Winter bei kalten Außentemperaturen sinnvoll. Weiterhin muss dieser Lüftungsvorgang mehrmals täglich und nach Möglichkeit auch nachts durchgeführt werden.

Bautrocknung einfach dargestellt

Sinnbildlich kann man sich die Luft in einem Baukörper wie ein Glas Wasser vorstellen. Irgendwann ist das Glas voll und es geht kein Wasser mehr hinein. Die Größe des Wasserglases bestimmt sich hierbei hauptsächlich durch die Umgebungstemperatur. Durch Bautrockner wird im Verlauf der Bautrocknung dieses Wasserglas regelmäßig geleert.

Estrich trocknen mit Fußbodenheizung

Wenn eine Fußbodenheizung verbaut wurde, wird im Verlauf der Estrichtrocknung ein Aufheizprogramm gestartet. Hier werden die Fußbodenheizung und damit auch der Estrich schrittweise auf seine maximale Temperatur aufgeheizt. Dies sorgt dafür, dass der Estrich komplett durchgetrocknet wird. Allerdings ist es auch hier besonders wichtig, für eine kontinuierliche Entfeuchtung der Umgebungsluft, z.B. durch Bautrockner, zu achten.

Aus unserer Sicht ist fast immer ein Bautrockner zur Trocknung des Estrich erforderlich, um eine Bautrocknung zu gewährleisten, da auf anderem Weg eine dauerhafte und kontinuierliche Entfeuchtung der Umgebungsluft in den meisten Fällen nicht möglich ist.

Bautrockner entziehen der Umgebungsluft das Wasser. Hierdurch ist es möglich, dass weitere Feuchtigkeit aus dem Estrich in die Umgebungsluft entweichen kann und hier wieder durch die Bautrockner entfeuchtet wird.

 Für eine Miete von Bautrockner zur Estrichtrocknung lassen Sie sich gerne ein unverbindliches Angebot von uns erstellen.

 

Messung der Estrichtrocknung und der Belagreife

Für die Trocknung des Estrich müssen einige Wochen eingeplant werden. Ob der Estrich trocken genug ist, um belegt zu werden, muss durch eine Messung der Restfeuchte bestimmt werden. Hierfür ist nach DIN-Norm ein CM-Test (mit einem Calciumcarbid-Messgerät) erforderlich. Fragen Sie hierzu Ihren Fußbodenleger. Eine solche CM-Messung zur Bestimmung der Restfeuchte ist nicht ohne eine Materialprobe möglich, die mit einer kleinen Zerstörung eines Estrichteils einhergeht. Weitere Informationen zu dem CM-Test finden Sie in dem Fachbeitrag des Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) zur richtigen Messung der Feuchtigkeit.

Viele Bauherren sind sich jedoch nicht sicher, ob ein CM-Test schon durchgeführt werden kann oder verlegen Ihre Bodenbeläge selbst. Hier ist es sinnvoll, zumindest einen Vortest vorzunehmen, um eine Tendenz ablesen zu können. Wir bieten elektrische Messgeräte zur zerstörungsfreien Messung der Estrichfeuchte an. Diese Messgeräte ersetzen keinen CM-Test, sind jedoch für die Selbstprüfung einfach zu verwenden und reichen für eine erste Einschätzung auf jeden Fall aus. Außerdem können Sie mit einem solchen Estrich-Messgerät schnell und einfach an verschiedenen Stellen die Restfeuchtigkeit messen. Achten Sie bei der Wahl der Messgeräte auf jeden Fall darauf, dass sich einfache Materialprüfgeräte, die es bereits ab 20 € im Baumarkt gibt, nur für eine Oberflächen- und nicht für eine Tiefenmessung eignen. Diese sind für eine Estrichmessung ungeeignet.

TIPP: Einfache Vorprüfung

Legen Sie eine Folie auf den Heizestrich und kleben Sie diese gut an den Rändern ab. Bilden sich unter der Folie nach 24 Stunden keine Feuchtigkeitsspuren, kann eine CM-Messung angeregt werden.

Ist der Estrich trocken und hat seine Belegreife erreicht, sollte auch möglichst bald mit den Arbeiten begonnen werden. Nach der Trocknung werden oft Fenster und Türen geöffnet und die warme (feuchte) Sommerluft wird in das Gebäude gelassen. Der Estrich versucht nun, seine Gleichgewichtsfeuchte wieder herzustellen und feuchtet im schlechtesten Fall wieder auf.